Lehmanns Media kooperiert mit Chronos Hub

Open Access als Geisteshaltung

Der Wissenschaftsmarkt verändert sich weiter rasant, insbesondere mit Blick auf das Thema Open Access (OA). Um künftig auch beim Management von OA-Publikationen mitzumischen, kooperiert der Fachinformationshändler Lehmanns Media jetzt mit der OA-Plattform ChronosHub. Neben dem Vertrieb der Plattform im DACH-Bereich übernimmt Lehmanns auch den Support.

ChronosHub ist ein Workflow-Tool, mit dem Forschende, Bibliotheken, Förderer und Verlage ihre OA-Abläufe effizienter managen können sollen. Er ermöglicht die Abrechnung und Verwaltung von Publikationsgebühren (APCs) und Konsortial-Verträgen, die Einhaltung von Compliance-Regeln und die Bereitstellung von Nutzungsdaten. Für Lehmanns Media ist die Kooperation ein logischer Schritt: Über 30.000 Autoren nutzen ChronosHub bereits, rund 12.000 Artikel haben den Publikationsprozess durchlaufen. Als Dienstleister werde Lehmanns Media das Tool jetzt im deutschsprachigen Raum vertreiben und zugleich die gesamte Support- und Beratungskette übernehmen. Man fülle damit eine „wichtige Service-Lücke“ und könne jetzt auch für alle OA-Themen erster Ansprechpartner sein.

>>Historische Zeitwende<<

„Das Management von Open-Access-Publikationen ist unser Beitrag zur Gestaltung einer effizienten Open-Access-Welt“, ordnet Lehmanns-Geschäftsführer Detlef Büttner die Kooperation ein. Eine „historische Zeitwende“ nennt Büttner im Gespräch mit buchreport den Wandel im Bibliotheksmarkt. „Das ist nicht nur eine unternehmerische oder buchhändlerische Entscheidung, sondern eine Geisteshaltung.“ Es gehe darum, im besten Sinne Transparenz herzustellen: Wo sind Gelder in die Forschung geflossen und welche Daten sind daraus entstanden? Noch sei der Bibliotheksmarkt mit viel kleinteiliger Handarbeit, Rechnungs- und Abo-Verwaltung verbunden. Genau dies könne jetzt als Komplettservice angeboten werden, während die Digitalisierung weiter voranschreitet.

Gerade erst hatte der Fachhändler Missing Link mit der Vertriebsübernahme für die Software-Lösung Oable einen ähnlichen Schritt getan.

Buchreport.express Nr. 49, 3. Dezember 2020